iPhone-Datenschutz: iOS erlaubt Adressbuch-Klau durch Smartphone-Apps [Quelle: siehe Bildergalerie]
Nahezu jeder Haushalt in Deutschland besitzt einen PC und praktisch jeder Internet-Anwender hat eine E-Mail-Adresse. Damit man im privaten und wirtschaftlichen Umfeld effektiv mit der E-Mail-Kommunikation arbeiten kann, gibt es Adressbücher. In diesen sind meistens die Namen Ihrer Freunde, Geschäftspartner, deren E-Mail-Adressen und sogar Informationen wie Wohnort und Telefonnummer gespeichert. Würden Sie diesen kompletten Datensatz beispielsweise auf einen Firmen-Server eines Anbieters hochladen, von dem Sie derzeit eine Demo-Version eines aktuellen Titels testen?
Was also am PC fast schon als Tabu gilt, ist derzeit in der Smartphone- und Tablet-Welt angewandte Praxis. Wie jetzt bekannt wurde, erlaubt nämlich das iOS-Betriebssystem von Apple, welches Sie auf allen aktuellen Geräten der iPhone- und iPad-Geräten finden, den Transfer Ihres Adressbuches auf fremde Server. Erlaubt ist diesbezüglich das falsche Wort, denn Apple stellt den App-Anbietern keine Hürden in den Weg. Sie können in der Praxis keiner App, die es nebenbei auf das Kopieren Ihres Adressbuches anlegt, verbieten, die Daten über WLAN oder die mobile Datenanbindung der Mobilfunkprovider von Ihrem Gerät zu kopieren. Die Anwendung muss Sie über diesen Vorgang noch nicht einmal hinweisen. Die Frage, welche Apps so ein Verhalten an den Tag legen, beantworten wir später.
Wer jetzt zuerst an zwielichtige Apps von noch zwielichtigeren Gestalten aus Ländern mit marodem Rechtssystem denkt, muss allerdings umdenken. Denn zu den Apps, die sich bei Ihren Daten bedienen, zählen bekannte Anwendungen wie beispielsweise Foursquare, Twitter, das beliebte Foto-Tool Instagram oder Facebook. Die meisten Anwendungen übertragen neben den Namen auch die dazugehörigen E-Mail-Adressen und Telefonnummern auf die Server des jeweiligen Anbieters. Apple hat in diesem Kontext Besserung versprochen, zukünftige iOS-Versionen werden vermutlich eine Sperre besitzen, die nur mit Anwender-Zustimmung überwunden werden kann. Darüber hinaus sollen Apps noch gründlicher geprüft werden.
Im Internet sind mittlerweile erste Hilfestellungen zur Adressbuch-Problematik aufgetaucht. So gibt es mit der App ContactPrivacy jetzt die Möglichkeit, den Datentransfer vor der Übertragung zu unterbinden. Allerdings ist die Anwendung derzeit nur für iPhones mit einem Jailbreak verfügbar. Das Tool bietet aber vermutlich den gleichen Ansatz wie eine spätere Apple-Lösung, bei der man dann ebenfalls seine Erlaubnis manuell erteilen kann. Immer noch besser als die ungefragte Übertragung der eigenen Kontaktinformationen auf unbekannte Server.
Quelle:
BGR,
PC Games HardwareIn der Galerie: Die wohl größten Apple-Tops und -Flops bis heute: iPhone, Pippin, MacBook und Co.
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