Internet

Wikipedia wird für einen Tag abgeschaltet - Protestreaktion auf SOPA und PIPA

Mit SOPA und PIPA wollen die USA neue Internetgesetze durchsetzen, was auf globale Kritik stößt. Zu den Gegnern zählt auch Wikipedia, die nun als Konsequenz am morgigen Mittwoch ihr Onlinelexikon für einen Tag als Protestaktion abschalten werden. (Andreas Link, 17.01.2012)
 
Wikipedia wird für einen Tag abgeschaltet - Protestreaktion auf SOPA und PIPA
 
Wikipedia wird für einen Tag abgeschaltet - Protestreaktion auf SOPA und PIPA [Quelle: siehe Bildergalerie]
Wer am morgigen Mittwoch das Onlinelexikon Wikipedia besuchen will, wird dort eine mehr oder weniger leere Seite vorfinden. Im Zuge des Protests gegen die geplanten US-Internetgesetze SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act) will man so seine Ablehnung zu dem Vorhaben zum Ausdruck bringen. Gründer Jimmy Wales bezeichnet SOPA und PIPA als Zensur. Selbst der Vater des TCP/IP-Protokolls, Vint Cerf, sieht das ähnlich und forderte in einem offenen Brief an SOPA-Mastermind Lamar Smith den Stop des Gesetzes. Die USA wollen mit diesen Gesetzen den Missbrauch von urheberrechtlich geschütztem Material im Internet unterbinden. Das Vorhaben stößt aber international auf Widerstand.

Nicht nur Wikipedia wird sich morgen an der Protestaktion beteiligen. An Bord sind auch zahlreiche namenhafte andere Webseiten. Darunter die Mozilla-Stiftung, die US-Comicseite icanhascheezburger.com, das Softwareverzeichnis Tucows und auch Reddit. In der Kritik steht das Vorhaben vor allem deshalb, weil die USA nach diesem Gesetzesentwurf eine richterliche Anhörung im Falle eines Vergehens der sogenannten "Schurkenseiten" unterbinden. Internetfilter und -sperren sollen ohne Gerichtsbeschluss durchgesetzt werden können. Zuweilen fällt da schon der Vergleich mit dem US-Gefangenenlager Guantanamo. Weiterhin befindet sich die Definition einer "Schurkenseite" in einem dichten Nebel ohne erkennbare Ausmaße – Willkür könnte Tür und Tor geöffnet werden. Betroffen wären im Zweifel sogar Suchmaschinen wie Google, weil diese sämtliche Webseiten im Internet indexieren. Und als ob all dies nicht genug wäre, erlaube sich die USA auch umfangreiche Zugriffsrechte außerhalb der eigenen Grenzen. Kann man den Betreiber nicht direkt fassen, will man ihn per DNS zumindest aus den USA aussperren. Die geplanten Eingriffe gehen soweit, dass sich mittlerweile sogar einstige Unterstützer des Vorhabens abwenden.

Der SOPA-Gesetzesentwurf soll überabeitet werden und zumindest die kritische DNS-Manipulation gestrichen werden. Der US-Senat wird dennoch am 24. Oktober über PIPA abstimmen. Aufgrund der geringen Rückendeckung, könnte es jedoch schwierig werden.

Quelle: PC Games Hardware

Sie möchten mehr zum Thema wissen? Dann nutzen Sie unsere Specialseiten:
- Alle Artikel zum Thema Internet oder Webseiten finden Sie auf der PCGH-Themenseite.
- wikipedia
 
News, Tests und Wissen zu Handys und Smartphones auf Basis von Iphone, Android und Windows Mobile finden Sie auf der Handy-Produktseite von Smartphone-Daily.de
 
 
 
Heute schon geklickt?
 
 
Anzeige
 
 
Community-Login
Login:

Passwort:

Anmelden

Passwort vergessen?
Bitte ändern Sie baldmöglichst Ihr Passwort
Empfehlungen für Sie