Wirtschaft

Gerry Weber: Modelabel spickt Produkte mit RFID-Chips

Laut Informationen des Vereins zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e. V. (FoeBuD) versieht das deutsche Modelabel Gerry Weber seine Textilien mit RFID-Chips. Mit einer Aktion haben die Mitglieder FoeBuD jetzt auf die Risiken für die Privatsphäre der Kunden auf dieser Methode hingewiesen. (Lars Craemer, 17.01.2012)
 
Gerry Weber: Modelabel spickt Produkte mit RFID-Chips. Im Bild sehen Sie einen Transponder.
 
Gerry Weber: Modelabel spickt Produkte mit RFID-Chips. Im Bild sehen Sie einen Transponder. [Quelle: siehe Bildergalerie]
RFID-Chips sind für die meisten Menschen lediglich Produkte aus dem IT-Bereich. Doch was es mit dieser Technik auf sich hat und dass sie bereits im Alltag integriert ist, wissen viele Konsumenten nicht. In der Logistik erleichtern RFID-Chips beispielsweise den Umgang mit Waren, da diese nicht mehr anhand eines Strichcodes identifiziert werden müssen, sondern durch Funkwellen über mehrere Meter hinweg gescannt werden können. Ergibt ja auch durchaus Sinn, so kann bei großen Produktmengen beispielsweise die Logistik in einem Versandhandel effizienter und schneller arbeiten.

Das deutsche Modelabel Gerry Weber ist sogar schon so weit, dass RFID-Chips in den meisten Textilien des Anbieters vorhanden sind. Dabei ist der RFID-Transponder als solcher gar nicht zu erkennen, da er Teil des Stoffetiketts ist. Die Verwendung der RFID-Chips ist laut dem Verein FoeBuD ein Risiko für die Privatsphäre, da auf dem Chip eine einmalige Kennung vorhanden ist, die theoretisch die Erstellung eines Bewegungsprofils erlaubt. RFID-Chips reagieren auf geeignete Lesegeräte, mit so einem Gerät kann man beispielsweise die Identifikationsnummer Ihres Gerry-Weber-Produktes in einer Einkaufsstraße aus mehreren Metern Entfernung auslesen, ohne dass Sie dies mitbekommen. Allerdings ist die Gefahr für den Kunden vorerst gering, da man mit einer Identifikationsnummer, die Gerry Weber Details zum Produkt verrät, an sich keinen Schaden anrichten kann.

Die Aktion des FoeBuD soll allerdings ein Bewusstsein für die EDV im alltäglichen Leben erschaffen. Denn wenn beispielsweise die Produktnummer auf den Servern von Gerry Weber dem Kundennamen zugeordnet werden und diese Datenbank Hackern in die Hände fallen würde, könnte diese mit der Datenbank und den dazugehörigen RFID-Chips theoretisch Informationen und Bewegungsprofile von Kunden erstellen. Die Gefahr für die Privatsphäre ist zwar immer noch minimal, da der technische Aufwand für Hacker zu enorm wäre, doch wenn zukünftig RFID-Lesegeräte an jeder Straßenecke stehen würden, sähe die Sache schon ganz anders aus. Gerry Weber stattet die Kleidungsstücke natürlich nicht ohne weitere Informationen mit den RFID-Chips aus, über die Webseite und durch Flyer klärt das Label die Kunden über die technische Neuerung auf.

In der Galerie finden Sie zusätzlich einen Vergleich von 25 gängigen Virenscannern.

Quelle: FoeBuD, RFID (Wiki), PC Games Hardware

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(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
 

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