Konsole

Sony beantragt einstweilige Verfügung gegen Playstation 3-Hacker

Die Hacker-Gemeinde hat nach der Update-Politik von Sony die Sache selbst in die Hand genommen, momentan sieht es so aus, als wenn eine neue Raubkopier-Welle auf die grade profitabel gewordene PS3 zurollt. Sony bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung und initiiert eine einstweilige Verfügung gegen die Hacker. (Lars Craemer, 12.01.2011)
 
Die PS3 von Sony galt bislang als eine der sichersten Konsolen am Markt.
 
Die PS3 von Sony galt bislang als eine der sichersten Konsolen am Markt. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Die aktuellen Spielekonsolen von Microsoft (Xbox 360), Sony (PS3) und Nintendo (Wii) haben einen Schutz gegen Raubkopien. In der Regel kann eine Raubkopie sich bei der Konsole nicht als authentisch "anmelden" und lässt sich so nicht nutzen. Dies ist ein nachvollziehbarer Schritt zum Schutz des geistigen Eigentums. In den letzten Monaten hat Sony allerdings durch den Verzicht der "Other OS"-Funktion bei der PS3 die "Homebrew"-Gemeinde gegen sich aufgebracht.

Die Situation spitzte sich für Sony dramatisch zu, als die Hacker-Gruppe fail0verflow und der Hacker GeoHot unter anderem den "Root Key" der PS3-Konsole herausgefunden haben. Im Prinzip können sich zukünftig raubkopierte Spiele als legale Kopie ausgeben. Dies ist ein Supergau für die PS3-Sicherheit, da nun nicht nur jegliche Software auf der PS3 installiert werden kann, sondern auch kopiergeschützte Spiele über Tauschbörsen auf jeder PS3 zum Laufen gebracht werden können.

Das es eine Reaktion von Sony geben würde, war klar. Der erste Schritt des Konsolen-Herstellers ist eine einstweilige Verfügung gegen die bekannten Hacker - diese sollen alle Informationen zum PS3-Hack von ihren Webseiten entfernen und alle zugehörigen Dokumente und Datenträger an die Sony-Anwälte übergeben. Darüber hinaus sollen sich die Hacker verpflichten, zukünftig nicht mehr an einer Überwindung des Sony-Kopierschutzes zu arbeiten.

Der Schritt von Sony ist nachvollziehbar, stellt doch eine einstweilige Verfügung das schnellste rechtliche Mittel dar, mit dem man eine Verbreitung des Hacks verhindern kann. Die Beschuldigten täten gut daran, sich dem Willen von Sony zu beugen, denn Insider gehen davon aus, dass ansonsten ein Rechtstreit für die Hacker unvermeidbar wäre. In Anbetracht der Beweislage scheint ein Schuldspruch für die Hacker unvermeidbar.

Quelle: PC Games Hardware

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