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Nokia verkauft Mobilfunk-Entwicklungssparte - letzter Schritt in der Nokia-Reorganisation?

Nokia hat jetzt bekannt gegeben, dass man sich von der Firmensparte zur Entwicklung neuer Mobilfunkmodems trennen wird. Damit setzt man einen weiteren Schritt zur Restrukturierung des angeschlagenen Handy-Riesen um. (Lars Craemer, 06.07.2010)
 
Nokia
 
Nokia [Quelle: siehe Bildergalerie]
In Sachen Smartphones sind momentan Namen wie Apple, HTC, Samsung oft im Gespräch. Aber auch Betriebssysteme wie Android (Google) oder iOS4 (Apple) sind nicht minder wichtig. Der Name Symbian fällt im Vergleich viel seltener und auch Nokia und Smartphone werden vergleichsweise selten im gleichen Satz genannt.

Doch Nokia ist nicht untätig, in den letzten Monaten hat man viele strategische Entscheidungen getroffen, die Nokia wieder auf gleiche Höhe mit den Günstlingen des Smartphone-Booms bringen soll. Einer der ersten Schritte war die Etablierung eines weiteren Betriebssystems neben Symbian - Maemo wurde aus der Taufe gehoben. Kurze Zeit später hat man mit Intel einen strategischen Partner gefunden und von nun an wurde zusammen an MeeGo entwickelt. Weitere Pluspunkte sammelte man durch Musikflatrate-Angebote und eine kostenlose Navi-Software. Es folgten weitere Bündnisse mit Microsoft und Yahoo. Und vor einigen Wochen gab man bekannt, dass die N-Serie zukünftig mit MeeGo ausgestattet wird - Symbian soll weiterhin bei Budget-Geräten verwendet werden.

Auch die jüngste Entscheidung könnte das Unternehmen mittelfristig stabilisieren, Nokia verkauft die Entwicklungssparte für Mobilfunk-Modems an den japanischen Konzern Renesas. Bei diesem Deal werden unter anderem auch viele Patente in den Besitz des Käufers übergehen, allerdings haben beide Firmen eine strategische Partnerschaft abgeschlossen. Man kann also davon ausgehen, dass Nokia eien gesicherten Zugriff auf kommende Chips und Techniken im diesem Bereich haben wird.

Die Kriegskasse von Nokia wird durch diesen Verkauf mit rund 159 Millionen Euro aufgefüllt, die 1.100 Arbeitnehmer sollen übernommen werden. Damit verliert Nokia zwar ein Standbein bei der Technologie-Entwicklung, kann sich allerding stärker auf Endprodukte konzentrieren und die benötigten Techniken je nach Bedarf einkaufen. So wird das Risiko minimiert und man ist nicht mehr gezwungen auf bestimmte Techniken zurückgreifen zu müssen. Flexibilität lautet hier das Zauberwort. Noch fehlen echte High-End-Antworten auf die Galaxys und iPhones dieser Welt, Nokia wird den Kampf um den Smartphone-Markt aber nicht aufgeben und die ersten echten Angriffe auf die Konkurrenz werden ohnehin erst mit MeeGo-Geräten erfolgen.

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