Zweiklassengesellschaft bei mobilem Datenverkehr in Sicht? [Quelle: siehe Bildergalerie]
Wer mehr zahlt, hat eine höhere Bandbreite - diese Formel greift beim heimischen DSL-Anschluss im Prinzip schon seit Jahren und hat sich in der Praxis bewährt. Kein Wunder, können doch so Kunden den Netzzugang Ihren Bedürfnissen anpassen - Kritik an diesem Modell gab es darüber hinaus selten. Allerdings könnte die aktuelle Entwicklung auf dem Markt der mobilen Datentarife da für etwas mehr Wirbel sorgen.
Schon zur letzten MWC haben verschiedene Anbieter, darunter auch die Spezialisten Nokia Siemens Networks die Netz-Bandbreite als zukünftiges Problem identifiziert. Kein Wunder, verkaufen sich doch momentan Smartphones extrem gut und lösen mittelfristig die Standard-Handys ab. Demzufolge steigt das Datenvolumen durch gesteigerte Videotelefonie, Streaming-Dienste und Downloads - natürlich nur, wenn nicht WLAN genutzt wird. Erste Provider wie AT&T haben sogar schon die Notbremse bei Datenflatrates gezogen und diese wieder aus dem Programm genommen.
Laut dem Handelsblatt planen deutsche Provider nun unterschiedliche Datentarife. Zwar sollen vermutlich weiterhin Flatrate-Angebote mit Bandbreitenlimit nach Erreichen von Datenobergrenzen verfügbar sein, aber anscheinend können Kunden durch Buchung von Premium-Tarifen ein höheres Bandbreitenlimit erkaufen. Erste Tests laufen schon jetzt in einigen europäischen Staaten. Die Sprecher der Provider sehen die Sache im Prinzip recht pragmatisch - wer mehr bezahlt, darf auch mehr Leistung erwarten. Die Provider sind allerdings noch etwas verhalten, da die EU erst im Sommer über die rechtlichen Grundlagen eines Zweiklassen-Netzes beraten wird.
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