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Handy-Test: Apple iPhone 4 - das Volkshandy für die Anti-Nerds + Hands-on-Video

Mit dem iPhone 4 ist jetzt die aktuelle Smartphone-Version von Apple verfügbar. Wir haben uns das Gerät genauer angeschaut. (Lars Craemer, 24.06.2010)
 
Apple iPhone 4
 
Apple iPhone 4 [Quelle: siehe Bildergalerie]
In Sachen Hardware und Software ist das iPhone 4 eines der momentan besten Handys auf dem Markt, als Betriebssystem kommt das neue iOS4 zum Einsatz. Als Kunde hat man momentan in diesem Hochpreis-Segment nicht viele Alternativen - da wären das HTC Desire mit Google Android, das HTC HD2 mit Microsoft Windows Mobile 6.5 und das Pre mit webOS von Palm/HP. Alle genannten Geräte sind für Standard-Anwender zu empfehlen, Bilder, Videos, mobiler
Testbild auf dem iPhone 4.
 
Testbild auf dem iPhone 4. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Datentransfer, GPS-Ortsbestimmung, Navifunktion, Musikplayer, Videoplayer und schlicht Telefon sind für diese Riege kein Thema.

Apple hat mit dem iPhone 4 also das Rad nicht neu erfunden, man hat es allerdings noch etwas runder gemacht. Allerdings muss man sich als Apple-Neukunde vor Augen führen, dass man mit der Wahl eines Apple-Telefons an der zentralen Medien- und App-Schnittstelle iTunes/App Store nicht vorbei kommt. Auch andere Einschränkungen wie der Verzicht auf Adobes Flash können trotz Ausblick auf HTML5 den Gesamteindruck etwas trüben.

Neben dem Smartphone steht auch iOS im Fokus der Aufmerksamkeit. Dieses neue Betriebssystem bringt viele neue Features auch auf ältere iPhones, genannt sein an dieser Stelle Multitasking für Drittanbieter,
Testbild auf dem 3GS.
 
Testbild auf dem 3GS. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Rechtschreibprüfung und Ordner. Eine ausführliche Übersicht der neuen Funktionen finden Sie im iOS4-Praxistest.

Die wichtigsten iPhone-4-Details im Überblick:

Das Display
Bei allen iPhones ist das Display 3,5 Zoll groß. Die Pixeldichte, also wie viele leuchtende Bildpunkte sich auf einer definierten Fläche befinden, beträgt bei den Vorgängern 163, beim iPhone 4 sind es hingegen 326 Pixel pro Inch. Die Auflösung ist beim iPhone 4 mit 960 x 640 Pixel doppelt so hoch wie beim iPhone 3GS (480 x 320 Pixel). Als Kontrast werden 800:1 angegeben. Nette Werte, aber was Sie wirklich bedeuten sieht man eigentlich nur in der Praxis beim direkten Vergleich.

Aktuelle Smartphones zeigen Webseiten und Texte in gut
Apple iPhone 4
 
Apple iPhone 4 [Quelle: siehe Bildergalerie]
lesbarerer Qualität an und bei Sonnenlicht sind einige besser lesbar und andere eben schlechter. Vor allem kleine Icons sind an den Rändern etwas pixelig - an sich kein Problem. Doch beim iPhone 4 mit der sogenannten Retina-Technik, eine Anspielung auf die Möglichkeit des Auges, Details als Pixel oder als durchgehende Grafik einzuordnen, sehen Webseiten und Grafiken schlichtweg viel runder und schöner aus. Selbst Texte in geringer Vergrößerungs-Auflösung sind mit dem 4 gut lesbar. Dazu kommt noch der verbesserte Kontrast. Da kann momentan kein anderer Hersteller mithalten. Zwar gibt es größere Displays wie beim HTC HD2, aber kein Gerät erreicht die Bildqualität des iPhone 4. Dies gilt auch für die "Farbechtheit" des Bildes bei schrägen Einblickwinkeln - die Farben verblassen nicht so schnell wie beim Vorgänger. Ob es allerdings ein Vorteil ist, dass der Sitznachbar im Zug das Bild auf dem eigenen Smartphone nun noch besser sehen kann, sei dahingestellt.

Form und Funktion
Das iPhone 4 kommt in einer relativ kompakten Form von rund 115 x 59 x 9 Millimeter daher und ist 137 Gramm schwer. Zum Vergleich: Das iPhone 3GS ist mit 135 Gramm fast genau so schwer, allerdings mit rund 116 x 62 x 12 Millimeter etwas größer. Dieser Eindruck wird auch durch die steilen Kanten des iPhone 4 verstärkt - beim 3GS sind alle Kanten geschwungen und abgerundet, beim iPhone 4 sorgt schon alleine der neue Alurahmen, in dem sich auch die verschiedenen Antennen verbergen, für eine "kantigere" Haptik. Auch die eingelassenen Glasflächen aus extrahertem "Gorilla Glas" auf Vorder- und Rückseite samt "körnigen" Kanten unterstreichen diesen Eindruck noch. Geschmackssache? Manche Kollegen finden, dass das neue iPhone besser in der Hand liegt. Fakt ist, es liegt definierter in der Hand, mehr Griffigkeit bot hingegen das alte 3GS - ein Nachteil bergen beide Formen nicht.

Das iPhone-Gehäuse
Wie gewohnt liegen auf der linken Seite zwei Knöpfe für die Lautstärke und ein Schalter für Stummschaltung. Die Positionierung der Bauelemente ist weiterhin gut, das Feedback der sehr straffen Knöpfe ist sehr gut - deutlich besser als beim iPhone 3GS. In Sachen Fingerabdrücke tun sich beide Geräte, zumindest in der Farbe Schwarz, nichts. Fingerabdrücke sind deutlich zu sehen, beeinträchtigen die Funktion oder Lesbarkeit aber nicht. Wenn nach einigen Tagen ein "einheitlicher" Fettfilm das Gerät imprägniert hat, fällt es ohnehin kaum noch auf.

Sprachqualität
An der Ober- und Unterseite des Geräts hat Apple erstmals zwei Mikrofone untergebracht, das zweite ist bei Bedarf für eine aktive Geräuschunterdrückung ausgelegt. So sollen Störgeräusche ausgefiltert werden. Funktioniert in der Praxis überraschend gut, auch wenn man als Angerufener merkt, dass die Spachwiedergabe verändert wird. Im normalen Betrieb ist die Sprachqualität des iPhones auf sehr hohem Niveau, setzt sich aber nicht deutlich von anderen soliden Smartphones ab.

Die neuen Kameras
Das iPhone besitzt zwei Kameras, eine ist für Videotelefonie zuständig, die andere kann man für Schnappschüsse verwenden - hinzu kommt ein starkes LED-Licht um in dunkler Umgebung nicht völlig unbrauchbare Aufnahmen hinzubekommen. Die Bilder der Hauptkamera sind mit maximal 2.592 x 1.936 Pixeln aufgelöst und die Ergebnisse können sich sehen lassen - der Unterschied zum iPhone 3GS ist deutlich. Je nach Lichteinstrahlung, Bewegungsgeschwindigkeit und Motiv unterscheiden sich die Bilder in der Qualität deutlich - ein Smartphone ist nach wie vor ein Schnappschuss-Gerät und keine Kamera, daran ändert auch der neue 5 Megapixel-Sensor des iPhones nichts. Allerdings muss man ihm attestieren, dass Bilder bei wenig Licht ohne LED-Beleuchtung durchaus gut werden, zumindest besser als beim Vorgänger. Darüber hinaus löst die Kamera deutlich schneller aus und dies macht sich in der Praxis immens bemerkbar.

Ebenfalls auf hohem (Smartphone-)Niveau liegt die Videofunktion - immerhin mit 720p bei rund 30 Bildern pro Sekunde werden hier Videos aufgenommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auf Youtube ohnehin. Videos werden ohne Ruckler aufgenommen und auch Artefakte sind bei unseren Tests nicht sichtbar gewesen. Das iPhone 4 ersetzt zwar keinen HD-Camcorder, aber wenn die Entwicklung so weitergeht brauchen in wenigen Jahren Hobbykameramänner nur noch genug Energie im Rucksack und ein Smartphone. Im iOS-Artikel finden Sie weitere Infos zu Face-Time, der Apple-Videochat, den nur zwei Personen mit einem iPhone 4 über WLAN führen können. Funktioniert, interessiert aber (noch) keine Sau. Vielleicht 2012.

Akkulaufzeit
Darauf haben viele Anwender gewartet - besseres Display, mehr Power und was macht der arme Akku? Kurz gesagt: Besitzer eines iPhone 3GS werden ein völlig neues Lebensgefühl erfahren - bei normalem Gebrauch reicht der Akku des Geräts deutlich über einen Tag, beim 3GS war da mitunter schon nach einem halben Tag Schicht im Schacht. Hier zeigt sich die Effizienz des A4-Chipsatzes mit einer Taktrate von 1 GHz in Zusammenspiel mit dem etwas stärkeren 1.420 mAh-Akku. Einige Tester berichten sogar von Laufzeiten von annähernd 2 Tagen - der erste Eindruck scheint dies zu bestätigen.

Fazit: Das iPhone 4 ist das beste iPhone der Welt
Verbesserungen bei aktuellen Smartphones sind mittlerweile nicht mehr Weltbewegend, allerdings schafft es Apple, durch das Display und die relativ lange Laufzeit in Kombination mit der guten Ausstattung und der Qualität der gebotenen Techniken, ein sehr lukratives Gesamtpaket zu schnüren. Das iPhone wird momentan für rund 1.000 Euro (Preisvergleich) angeboten, in Frankreich oder England gibt es das Gerät bereits ab 600 Euro. Ein Smartphone mit ähnlichem Funktionsumfang kostet von anderen Herstellern zwischen 200 und 400 Euro. Letztendlich entscheidet der Geldbeute über einen Kauf, eine Disqualifizierung der Konkurrenz durch einen Technologie-Quantensprung bietet Apple nicht. Aber eben ein sehr sehr gutes Gerät - Politik in Form von iTunes oder Flash mal außen vor.

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(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
 


 
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