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HP kauft Palm für 1,2 Milliarden Dollar - webOS wird zum Multi-Plattform-Betriebssystem

Der angeschlagene Smartphone-Hersteller Palm erhält eine zweite Chance unter der Schirmherrschaft von HP und webOS spielt eine zentrale Rolle in der mobilen Zukunft von HP. (Lars Craemer, 29.04.2010)
 
Palm wird von HP gekauft. webOS wird zum Multiplattform-betriebssystem für Smartphones, Netbooks und Tablet-PCs.
 
Palm wird von HP gekauft. webOS wird zum Multiplattform-betriebssystem für Smartphones, Netbooks und Tablet-PCs. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Es ist wie ein Befreiungsschlag, nicht nur Palm kann aufatmen, auch die Fans des zurecht gefeierten Betriebssystems webOS sind erleichtert - mit HP als Palm-Besitzer hat man endlich die Ressourcen, die webOS zum Star werden lassen können. Zuletzt wurde noch Lenovo als Käufer gehandelt, aber die HP-Anbindung scheint auf den ersten Blick der wahre Hauptgewinn für Palm zu sein.

Zur Geschichte: Palm ist einer der Väter des Smartphones, die zum Teil aus den PDAs der frühen 90er Jahre hervorgegangen sind. Dennoch hat man recht schnell den hardwareseitigen Anschluss an die Konkurrenz verloren und spätestens als Microsoft in das lukrative Geschäft eingestiegen ist, ging es deutlich bergab. Zu spät verabschiedete man sich von dem veralteten Betriebssystem Palm OS und kam Mitte 2009 mit dem Palm Pre samt webOS auf den Markt. Allerdings lief man zu diesem Zeitpunkt schon der App-Konkurrenz von Apple und Android hinterher, aber auch die Verarbeitungsqualität des QWERTZ-Sliders Pre dämpfte die Kauflust etwas.

Was folgte waren erste Finanzschwierigkeiten, die verzögerte Markteinführung des Pre und des Pixies in der ganzen Welt und kleinere Probleme in allen Bereichen. Auf der anderen Seite hat Palm mit webOS eine echte OS-Perle im Sortiment, dessen Multitasking noch heute von vielen Anwendern als die beste Lösung im mobilen Segment angesehen wird.

Was fehlte war eine prall gefüllte Kriegskasse - und die hat HP. Ob Palm Palm bleibt in diesem Ankauf, steht noch in den Sternen, allerdings hat HP bereits verkündet, dass man mittelfristig die Hardware-Roadmap von Palm unangetastet lässt. Allerdings, und hier wird die Tragweite des Deals klar, wird HP Tablet-PCs, Smartphones und Netbooks mit webOS ausstatten, ein Kraftakt den Palm nie alleine hätte bewältigen können, der aber dringend notwendig ist, um das Palm-App-Segment aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken.

Mit diesem Deal ist Palm definitiv zurück auf der Smartphone-Bildfläche. Vor allem Apple, das sich gut von der Konkurrenz durch Microsoft und Google (Android) absetzen konnte, hat durch Palm erneut einen erstzunehmenden und vor allem unberechenbaren Gegner.

Quo Vadis Palm? Mit dem Pre Plus hat man ebenfalls zu spät die Hardware-Fehler im Portfolio erkannt und eines der besten aktuellen Smartphones auf die Beine gestellt - samt schnellerer 3D-Funktionalität und wesentlich besserer Verarbeitung. Was folgen wird sind neue Modelle, um auf breiter Ebene webOS in den Markt zu drücken. Vermutlich können wir noch dieses Jahr mit einem webOS-Tablet-PC rechnen. "HP powerd by Palm", eine starke Kombi.

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