Die ersten Daten der Sidekick-Anwender sind gerettet. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Update, 20.10.2009: Anscheinend haben sich T-Online und Microsoft mächtig ins Zeug gelegt, nachdem das Sidekick-Desaster epische Ausmaße angenommen hat. In
einem Thread gibt es nun eine Anleitung, wie man die verloreren Kontakte seines Sidekick-Smartphones wiederherstellen kann. Wann und ob Bilder, Kalendereinträge oder Listen gerettet werden können, ist noch offen.
Update, 15.10.2009: Vorab eine kleine Übersicht der Fakten und beteiligten "Spieler" im Sidekick-Cloud-Desaster.
T-Mobile:
Der Mobile-Anbieter verkauft das Sidekick als Smartphone, dass ausschließlich in der Cloud arbeitet. So wird ein Backup der gesamten Smartphone-Daten auf externen (also nicht lokal beim Anwender) Servern und nicht auf dem Handy oder dem PC abgelegt.
Danger:
Diese Firma hostet auf ihren Servern alle Daten der Sidekick-Anwender und ist Vertragspartner von T-Mobile. Im Prinzip ist sie verantwortlich für alle technischen Aspekte des Smartphones.
Microsoft:
Der Software-Riese hat die Firma Danger gekauft und will zusammen mit den Experten das Know-How in die eigenen Smartphones und Betriebssysteme einfließen lassen. Die Integration der Teams und die Zusammenarbeit mit Danger läuft nach internen Quellen angeblich nicht besonders gut. In wie weit ein geforderter Hardware-Umbau von MS die Probleme mit den Servern verursacht hat, ist noch unklar.
Hitachi:
Hitachi wurde als externer Auftragnehmer mit der Wartung/Reperatur der Danger/Microsoft-Server beauftragt. Angeblich soll die fehlende Einsicht in die komplexe Serverstruktur bei Danger/Microsoft mit ein Grund für den Datenverlust gewesen sein.
Die Techniker von
Microsoft haben jetzt bekannt gegeben, dass man zusammen mit T-Online die Systeme Schritt für Schritt wieder aufgebaut hat und vermutlich die meisten, wenn nicht alle Daten retten kann.
T-Mobile wird unterdess in zwei Sammelklagen angeklagt, kein funktionierendes Backup-System gehabt zu haben - logisch, denn die Kunden haben ja einen Vertrag mit T-Mobile. Der Handyanbieter wird sich vermutlich ebenfalls mit Schadensersatzforderungen an
Danger wenden, da hier Verträge die technische Seite der Geschichte absichern. Da Danger mittlerweile zu Microsoft gehört, ist auch der Softwareriese von der möglichen Klage betroffen. Und um die ganze Sache noch etwas komplexer zu machen, kommt noch
Hitachi ins Spiel. An diese Firma hat nämlich Microsoft/Danger die Wartung und Reperatur der Server übertragen.
Jetzt stellt sich halt die Frage, wo in der Kette die Verantwortung liegt. Eine gegenseitige Schuldzuweisungen, um Image-Schäden klein zu halten, wären denkbar. Wenn es wirklich eine Klagewelle gibt, dann können sich alle Beteiligten auf eine längere Gerichtsveranstaltung freuen.
Update, 14.10.2009: Wie T-Mobile jetzt bekannt gegeben hat, ist es offensichtlich gelungen einige Datensätze wiederherzustellen. In den nächsten 14 Tagen erwartet man, einen Großteil der verlorenen Daten doch noch retten zu können. Die betroffenen Kunden werden von T-Mobile informiert werden.
[
Da drücken wir doch die Daumen, dass dieses Missgeschick vielleicht noch glimpflich endet.]
Update, 13.10.2009: T-Mobile, eigentlich nur unglücklicher Zaungast bei der Datenpanne, möchte seine geschädigten Kunden mit 100 Dollar Schadensersatz gnädig stimmen - ob so bei den "streitsüchtigen" Amerikanern eine Sammelklage vermieden werden kann, ist offen. Einige Kunden haben mittlerweile berichtet, dass die verlorenen Daten durch mehrmaligen Neustart des Smartphones wieder gerettet werden konnten. Da es aber keine bequeme Art der lokalen Backups gibt, sind dies vermutlich Einzelfälle. Der Sidekick-Dienst arbeitet übrigens wieder vollständig.
Update: Zögerlich kommen weitere Informationen zum Daten-Massaker ans Tageslicht. So soll die schlimmste Befürchtung, dass Danger keinerlei Backups angelegt hat, angeblich wahr sein. Dabei sollen sich die ersten Probleme schon vor einer Woche angekündigt haben. Spätestens hier hätte man die Notbremse ziehen müssen und eine Warnung an den Kunden rausgeben müssen. Wie viele von den rund 1 Million Sidekick-Anwendern die Daten vollständig verloren haben ist noch nicht klar - "nur" Geräte die ausgeschaltet wurden, können die Daten über den Server nicht wiederherstellen. T-Mobile USA hat den Verkauf des Geräts zwischenzeitlich eingestellt und bietet den betroffenen einenn Monat kostenlose Nutzung des Dienstes an...
Allerdings ist die Schuldfrage noch immer nicht vollständig geklärt, denn eine zweite Version der Geschichte liest sich etwas anders: So soll der Hersteller der sich langsam verabschiedenden SAN schon einige Tage gewusst haben, dass die Daten flöten sind, hat aber angeblich nicht Danger/Microsoft informiert, noch eine neue SAN angefordert. Hätte man das gewusst, hätte man vielleicht noch mit einem Tape-Backup (was entgegen anderer Gerüchte vorhanden war) einen Rettungsversuch starten können.
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Da haben die Admins von Danger/Microsoft dem Cloud-Computing aber einen Bärendienst erwiesen. Bislang bekannt ist, dass Microsoft/Danger ein Upgrade der Backup-Infrastruktur an Hitachi vergeben hat. Bei den folgenden Serverarbeiten wurde angeblich kein funktionierendes Backup gesichert und beim Umzug der Daten gab es Probleme. Dies führte dazu, dass alle Daten der Sidekick-Anwender verloren gegangen sind. Das besondere beim Sidekick ist nämlich, dass es fast vollständig in der Cloud läuft, also alle Daten auf den Servern des Anbieters gelagert werden. Bis T-Mobile (der Netzbetreiber) und Danger/Microsoft das Problem irgendwie behoben haben, sollen die Kunden auf keinen Fall das Smartphone ausschalten und idealerweise auch an der Stromversorgung lassen. So werden zumindest bis zur Reaktivierung der Server die Daten auf dem Smartphone behalten.
[
Da rollen Köpfe. Kein Funktionierendes Backup bei tiefgreifenden Server-Umbauten? Dieses Daten-Desaster wird weitreichende Konsequenzen haben. Nicht zuletzt beim Kunden, der seine Daten einem Anbieter anvertraut hat. Epic Fail.]
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